Antworten zum Schweizer Abo-Recht
Jede Seite beantwortet genau eine Frage — die Antwort steht oben, die Begründung darunter. Die genannten Paragraphen sind angegeben, damit Sie sie nachschlagen können.
11 Fragen · zuletzt geprüft im August 2026
Kündigung
Form, Zugang, fehlende Vertragsnummer und was gilt, wenn der Anbieter nicht reagiert.
Welche Kündigungsfrist gilt in der Schweiz?
Was im Vertrag steht. Anders als in Deutschland gibt es keine gesetzliche Obergrenze für automatische Verlängerungen — eine Verlängerung um weitere zwölf Monate ist grundsätzlich wirksam, wenn sie vereinbart wurde. Die Kündigungsfrist ist deshalb die wichtigste Angabe im Vertrag überhaupt.
Bis wann muss ich die Krankenkasse kündigen?
Für den Wechsel der Grundversicherung auf den Jahresbeginn muss die Kündigung spätestens am letzten Arbeitstag des Novembers bei der bisherigen Kasse eingehen. Massgeblich ist der Eingang, nicht der Poststempel. Die neue Kasse muss vorher abgeschlossen sein, sonst bleibt man bei der alten.
Wie kündige ich einen Mobilfunkvertrag in der Schweiz?
Nach den Bedingungen des Vertrags — ein gesetzliches Recht auf monatliche Kündigung nach der Mindestlaufzeit wie in Deutschland gibt es nicht. Prüfen Sie Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist getrennt. Die Rufnummernportierung beauftragen Sie beim neuen Anbieter, nicht beim alten.
Wie komme ich aus einem Schweizer Fitnessvertrag heraus?
Über die im Vertrag vereinbarte Kündigungsfrist — eine gesetzliche Obergrenze für Laufzeit oder Verlängerung wie in Deutschland gibt es nicht. Prüfen Sie, ob eine beantragte Ruhezeit die Laufzeit hinten verlängert hat. Bei Umzug oder längerer Erkrankung kommt eine ausserordentliche Kündigung in Betracht.
Widerruf
Die vierzehntägige Frist, ihr Beginn und der Unterschied zur Kündigung.
Zahlung
Lastschrift, Rückbuchung und Fristen.
Wer muss die Serafe-Abgabe zahlen?
Die Abgabe für Radio und Fernsehen wird pro Haushalt erhoben, unabhängig davon, ob Empfangsgeräte vorhanden sind. Massgeblich ist der Eintrag im Einwohnerregister. Befreiungen bestehen insbesondere für Bezieher von Ergänzungsleistungen und sind zu beantragen; sie erfolgen nicht automatisch.
Warum sind Abos in der Schweiz teurer als in Deutschland?
Anbieter setzen Preise pro Markt nach Kaufkraft, Wettbewerb und lokalen Kosten fest, nicht nach Wechselkurs. Dazu kommen abweichende Mehrwertsteuersätze und eigene Lizenzverträge. Der Umweg über eine deutsche Adresse verstösst regelmässig gegen die Nutzungsbedingungen und wird technisch erkannt.
Wie widerspreche ich einer Abo-Belastung per LSV oder eBill?
Beim LSV mit Widerspruchsrecht können Sie eine Belastung innerhalb von 30 Tagen über Ihre Bank zurückweisen; das Verfahren steht in Ihrem E-Banking. eBill-Rechnungen werden nicht automatisch belastet — Sie geben jede Zahlung frei und können sie schlicht ablehnen. Beides beendet den Vertrag nicht.
Wie finde ich doppelt bezahlte Abos in der Schweiz?
An vier Stellen: die Abo-Listen im Apple- und Google-Konto, die Leistungsübersicht jedes Bündels einschliesslich Mobilfunkvertrag, zwölf Monate Kontoauszüge und die Abos der übrigen Personen im Haushalt. Die häufigste Doppelung — ein Einzelabo neben einem Bündel — ist auf dem Kontoauszug nicht erkennbar.
Streit
Unberechtigte Forderungen, Inkasso und Mahnbescheid.
Was tun bei einer Abofalle in der Schweiz?
Bestreiten Sie schriftlich, dass ein Vertrag zustande gekommen ist, und kündigen Sie nicht — eine Kündigung setzt einen Vertrag voraus. Fordern Sie Nachweise für den behaupteten Abschluss an. Da kein allgemeines Widerrufsrecht besteht, ist das Bestreiten des Vertragsschlusses hier der zentrale Ansatzpunkt.
Mein Kind hat ein Abo abgeschlossen — bin ich in der Schweiz daran gebunden?
Nicht ohne Weiteres. Urteilsfähige Minderjährige können sich nach ZGB grundsätzlich nur mit Zustimmung der gesetzlichen Vertretung verpflichten; ohne Zustimmung ist der Vertrag schwebend unwirksam und wird durch Verweigerung der Genehmigung hinfällig. Ausgenommen ist, was aus eigenem Taschengeld bezahlt wurde.
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